Top 10 Lehrberufe 2025 [Schweiz] - wo die Jungen hinwollen (und warum)
Was haben Informatiker, Fachverkäufer und Automatiker gemeinsam? Sie gehören zu den beliebtesten Lehrberufen der Schweiz - zumindest, wenn man sich die Wahlentscheidungen der Jugendlichen ansieht. Und die sagen oft mehr über die Arbeitswelt von morgen aus, als jede Wirtschaftsprognose.
Denn: Wer heute eine Lehre beginnt, startet meist nicht irgendeinen Job, sondern eine erste Etappe in Richtung Karriere, Sicherheit oder Selbstverwirklichung.
Also: Was wollen die Jungen 2025? Und warum entscheiden sie sich genau für diese Berufe?
Hier kommen die Antworten - mit Daten, Einschätzungen und einem ehrlichen Blick hinter die Rankings.
Die Top 10 Lehrberufe 2025 zeigen: Jugendliche in der Schweiz entscheiden heute überlegt, praxisnah - und durchaus strategisch. Die einen setzen auf Sicherheit, die anderen auf Leidenschaft, wieder andere auf Technik oder Nähe zu Menschen.
Was sie verbindet? Sie wollen etwas lernen, das zu ihnen passt - und ihnen eine echte Perspektive bietet.
Die meistgewählten Lehrberufe 2025 (aktuelle Rangliste)
Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS, 2024) und den kantonalen Berufsbildungsämtern ergibt sich für das Lehrjahr 2025 folgende Top 10 der gewählten EFZ-Lehrberufe:
| Rang | Lehrberuf (EFZ) | Anzahl neue Lehrverträge (geschätzt) |
| 1 | Kaufmann/-frau EFZ | ca. 13’800 |
| 2 | Fachmann/-frau Gesundheit EFZ (FaGe) | ca. 8’900 |
| 3 | Detailhandelsfachmann/-frau EFZ | ca. 8’000 |
| 4 | Informatiker/-in EFZ | ca. 7’000 |
| 5 | Logistiker/-in EFZ | ca. 5’200 |
| 6 | Polymechaniker/-in EFZ | ca. 4’400 |
| 7 | Elektroinstallateur/-in EFZ | ca. 3’900 |
| 8 | Automatiker/-in EFZ | ca. 3’600 |
| 9 | Koch/Köchin EFZ | ca. 3’300 |
| 10 | Zimmermann/-frau EFZ | ca. 3’100 |
Quelle: BFS / SERI, Stand: Ausbildungsjahr 2024/25
(Zahlen gerundet, leicht schwankend je nach Kanton und Jahrgang)
Warum genau diese Berufe?
Kaufmann/-frau EFZ - der Klassiker bleibt vorne
Der KV-Beruf ist und bleibt beliebt - trotz Reform und Imagewandel. Warum? Weil er vielseitig ist, sichere Perspektiven bietet und viele Türen öffnet - auch ohne Matura. Viele Jugendliche sehen darin eine solide Basis für später, sei es in Marketing, HR, Verwaltung oder als Sprungbrett ins Studium.
FaGe - Pflege mit Purpose
Der Gesundheitsbereich hat viele überzeugt. Auch wenn der Beruf fordernd ist, schätzen viele Lernende die Sinnhaftigkeit: Menschen helfen, Verantwortung übernehmen, im Team arbeiten. Zudem bieten Spitäler und Heime gute Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten.
Detailhandel - Kundennähe und Praxis
Ob Fashion, Technik oder Lebensmittel - im Detailhandel findet jeder ein Thema, das ihn interessiert. Viele Jugendliche mögen den Kontakt mit Menschen und die Dynamik auf der Verkaufsfläche. Und: Die Branche bietet gute Aufstiegschancen für Praktiker.
Informatik - das digitale Rückgrat
Programmierer, Supporter, Cybersecurity - Informatik ist längst kein Nischenberuf mehr. Jugendliche, die gerne am Bildschirm tüfteln, finden hier eine zukunftssichere Laufbahn mit vielen Spezialisierungen und überdurchschnittlichen Löhnen. Viele entscheiden sich bewusst gegen ein Studium - und für die Praxis.
Logistik - viel Bewegung, wenig Routine
Paketflut, Onlinehandel, Lagerprozesse: Die Logistik boomt - und der Beruf wird zunehmend smarter. Wer gern körperlich arbeitet, aber auch Technik mag, ist hier richtig. Zudem ist der Einstieg unkompliziert, auch für Schulabgänger mit eher praktischer Neigung.
Technik, Handwerk & Küche: Mit den Händen denken
Polymechaniker, Automatiker, Elektriker, Zimmermann, Köchin - diese Berufe sprechen Jugendliche an, die praktisch begabt sind und direkt sehen wollen, was sie schaffen. Sie vereinen Präzision, Kreativität und klare Resultate - oft mit starkem Berufs- und Teamstolz.
Trends hinter der Statistik
- Mehr Sinn, weniger Prestige: Viele Jugendliche entscheiden heute nach „Was macht mir Freude?“ statt „Was klingt gut auf dem Papier?“
- Digitalisierung zieht - aber nicht alle wollen im Büro sitzen: Technikberufe und Informatik boomen - aber auch Berufe mit „handfester Arbeit“ bleiben stark.
- Pflege und Betreuung gewinnen an Attraktivität, nicht zuletzt durch die wachsende Sichtbarkeit in Gesellschaft und Medien.
- Das Image zählt: Branchen, die gute Lehrbetriebe, moderne Arbeitsplätze und Entwicklungsperspektiven zeigen, gewinnen klar.
Und danach?
Eine Lehre ist heute oft nur der Anfang. Die meisten Jugendlichen wählen bewusst Berufe, in denen man:
- aufsteigen (z. B. Berufsprüfung, Fachausweis, HF)
- umschulen (z. B. in verwandte Bereiche)
- oder später studieren kann (z. B. über Passerellen, BM2 oder HF)
Das zeigt: Der Trend geht zur dualen Flexibilität - solide Basis, aber mit offenem Horizont.